[00:23.77]Glaube mir, ich kenn den Tod,[00:26.52]seit Wochen ist er mir ein Bruder.[00:30.12]Leite eiskalt meine Hand,[00:33.22]führt mich hindurch der Russen Land.[00:36.72]Gestern erst war er ganz nah,[00:40.02]ich spürte seinen feuchten Hauch[00:43.42]als ich des Feindes Blut vergoss[00:46.82]bis es aus tausend Wunden floss.[00:50.32]Ich schlief allein, in dieser Nacht,[00:53.92]denn alle sind von mir gegangen.[00:57.42]Ob Freund, ob Feind, alle tot,[01:00.92]Blut glänzt fahl im Abendrot.[01:05.17]Ich bin die Fratze des Krieges,[01:12.72]der Leichensoldat, der weder Freund noch Feind noch Ehre hat.[01:26.07]Ich bin das Weiße im Auge,[01:32.42]das niemanden schont.[01:35.87]Werde tausendfach fallen[01:41.97]Auf ewig Ostfront[01:47.37]Auf ewig lebend Tod.[01:58.37]Als ich aus kurzem Schlaf erwachte[02:01.82]schnürt mir die Furcht die Kehle zu.[02:05.42]Obwohl ich weit gegangen bin,[02:08.87]am selben Ort wie tags zuvor.[02:12.27]Und wieder steh' ich vor den Gräben,[02:15.92]wo mich die Russen schon erwarten.[02:19.42]Jene zehn, die durch mich fielen,[02:22.92]sie sind lebendig, wissend, lachend.[02:26.42]Und wieder gellen meine Schüsse,[02:29.87]zehn Russen fällt mein Sturmgewehr.[02:33.42]Denn bereits beim Morgenlicht[02:36.87]lachen sie mir ins Gesicht.[02:41.22]Ich bin die Fratze des Krieges,[02:48.82]der Leichensoldat, der weder Freund, noch Feind, noch Ehre hat.[03:02.12]Ich bin das Weiße im Auge,[03:08.47]das niemanden schont,[03:11.97]werde tausendfach fallen[03:18.07]Auf ewig Ostfront,[03:23.47]Auf ewig lebend Tod.[03:34.42]Selbst wenn ich durch ihre Hände falle,[03:37.97]mein Blut sich mit dem Eis vermengt,[03:41.47]erwache ich wie stets zuvor[03:44.97]mir ward mein eig'ner Krieg geschenkt[03:49.77]Auf ewig Ostfront...