[00:16.085]Leuchtet schon die Frühlingssonne,Über See und Aue hin?[00:21.354]Hat zur Stätte stiller Wonne,Sich gewölbt der Zweige Grün?[00:29.616]Ach, die Gute, die ich meine,Schenkt mir keinen Maienstrahl,[00:35.867]Wandelt nicht im Blüthenhaine,Ruhet nicht im Quellenthal.[00:42.818][00:44.307]Ja, es waren schöne Zeiten,[00:47.038]Als in buntbekränzten Reihn Hirten mit den süßen Bräuten[00:52.761]Walleten zum Opferhain;[00:58.036]Als die Jungfrau, Krüge tragend,Oft zum kühlen Brunnen trat.[01:03.787]Und der Wandrer, sehnlich fragend,Sie um Trunk und Liebe bat.[01:11.065][01:13.006]Em Am[01:14.269]Ach, das Toben roher Stürme Riß den goldnen Frühling fort;[01:18.192]Schlösser stiegen auf und Thürme,Traurig saß die Jungfrau dort,[01:23.468]Lauschte nächtlichem Gesange,Sah hinab ins Schlachtgewühl,[01:29.221]Sah es, wie im Waffendrange,Ihr getreuer Streiter fiel.[01:34.736][01:35.203]Und ein Alter dumpf und trübe Lagerte sich auf die Welt,[01:40.463]Das die schöne Jugendliebe,Wie ein Traum befangen hält.[01:46.227]Im Vorrübereilen grüßen,Sich mit Blicken voll von Schmerz,[01:51.972]Die sich fest und ewig schließen,Möchten an das treue Herz.[01:57.744][02:44.507]Welkt, ihr Blumen und ihr Bäume!Höhnet nicht der Liebe Schmerz![02:49.770]Sterbet auch, ihr Jugendkeime!Schmachte hin, du volles Herz![02:57.274]In die öde Nacht der Grüfte,Sinkt, ihr Jünglinge, hinab![03:04.023]Flieder wallen in die Lüfte,Rosen blühn um euer Grab.